Bertelsmann-Stiftung wehrt sich

Nachrichten — By on 14. August 2010 10:33 am

[aartikel]3593390973:right[/aartikel] Ein neu erschienenes Buch sorgt für Ärger in der Bertelsmann Stiftung: undemokratisch, intransparent und zu eng mit der Bertelsmann AG vernetzt sei die größte privat finanzierte Denkfabrik Deutschlands, findet Thomas Schuler in seinem Buch “Die Bertelsmann Republik”. Die Stiftung weist die Anschuldigungen zurück und wittert eine politische Kampagne, da Schuler durch ein Stipendium der IG Metall finanziert worden sei. Es werde derzeit geprüft, auch juristisch gegen das Buch vorzugehen, so der Vorstandsvorsitzender der Bertelsman Stiftung Gunter Thielen in der taz. Auf der Webseite der Stiftung äußert sich Thielen zudem umfassend zu den verschiedenen Anschuldigungen in Schulers Buch.

Bereits seit einigen Jahren befindet sich die Stiftung – bei der ich 2003 ebenfalls ein Praktikum gemacht habe – in der Kritik, vor allem durch die politische Linke. Der Stiftung wird vorgeworfen, sie helfe dabei, ein neoliberales Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell in Deutschland zu etablieren und verquicke geschäftliche und Stiftungsinteressen. Hinzu kamen personelle Querelen um das langjährige Vorstandsmitglied Werner Weidenfeld, der die Stiftung 2007 nach Vorwürfen der Steuerhinterziehung verließ. Auch der Think Tank Alert hat in der Vergangenheit mehrmals über die Kritik an der Stiftung berichtet (zugleich aber auch davor gewarnt, den Einfluss der Stiftung zu überschätzen).

Foto: Klaus Friese, Mein Schatten im Sand, Lizenz: CC BY-SA 2.0 / via @steffenmeier

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1 Comment

  1. Pic says:

    Den Vorwurf habe ich schon oft gehört / gelesen. Nur noch nicht in einem Buch. Und viele Argumente, die diese Vorwürfe stützen, sind gar nicht so schlecht.

    Laut Wikipedia versteht sie sich als “unabhängige und parteipolitisch neutrale Stiftung”, die jedoch “so wenig Staat wie möglich” erreichen und “die Grundsätze unternehmerischer, leistungsgerechter Gestaltung in allen Lebensbereichen zur Anwendung” bringen möchte. Allein das muss in vielerlei Ohren widersprüchlich klingen.

    Davon einmal abgesehen, ob ich hinter diesen Zielen stehen kann oder nicht, kann ich sehr gut die Kritik an einer so offensiv und deutlich auftretenden Stiftung verstehen – erst recht aus einer linkspolitischen Richtung.

    Danke für den Hinweis,

    Pic.

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