Think Tanks als Bildungsstätten

Management — By on 31. July 2010 10:32 am

Anders als in den USA werden Think Tanks in der Bundesrepublik bislang häufig aus staatlichen Geldern finanziert. Allerdings mehren sich auch in Deutschland Denkfabriken, die durch private Spenden oder Mitgliedsbeiträge finanziert werden. Weil die Spendenbereitschaft deutscher Unternehmen jedoch in der Regel weniger ausgeprägt ist als in den Vereinigten Staaten, ist die stabile Finanzierung für Think Tanks in Deutschland ebenfalls schwieriger.

Ein von Think Tanks bisher noch weitgehend unerschlossenes Markt ist die berufliche Weiterbildung. Einer Studie des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) zufolge wächst die Nachfrage nach Weiterbildungsangeboten in Deutschland, auch wenn das Gesamtniveau immer noch unterhalb des EU-Durschschnitts ist. Universitäten haben diesen Trend bereits erkannt und bieten zunehmend “Executive Education”-Kurse an, in denen wissenschaftliche Inhalte an ein Management-Publikum vermittelt werden.

In den USA bieten inzwischen auch Think Tanks wie die Brookings Institution solche Executive-Education-Kurse an. Aber auch advokatische Institute finden offensichtlich einen Markt in der kommerziellen Weiterbildung. Die liberale Denkfabrik Cato Institute veranstaltet diesen Monat eine einwöchige Summer School, für die die Teilnehmer 1.300 USD zahlen.

Nicht nur akademische, sondern auch weltanschaulich gebundene Think Tanks können also vom Weiterbildungsmarkt profitieren. Die Parteistiftungen sind natürlich klassischerweise stark in diesem Bereich, und auch das Hamburger Haus Rissen bietet Weiterbildungskurse an. Aber ausgerechnet die wirtschaftspolitischen Think Tanks sind bislang kaum in der Weiterbildung aktiv.

Foto: John McStravick, The Roots of Education are Bitter, Lizenz: CC-BY 2.0

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