Wirtschaftsinstitute: Vordenker von gestern?
Politikberatung — By Daniel Florian on 21. April 2010 6:50 amDas Wirtschaftsmagazin Capital widmet der Krise der Wirtschaftsforschunginstitute in ihrer aktuellen Ausgabe einen langen Beitrag (nur im Print). Im Kern der Kritik steht dabei die wissenschaftliche Evaluierung der Institute, die in den vergangenen Jahren dazu beigetragen habe, dass sich die Institute immer stärker an der akademischen Maßstäben orientierten und die Praxisrelevanz darunter leide.
Manche – privat finanzierten – Wirtschaftsforschungsinstitute profitierten davon, weil sie anders als die staatlichen Institute keine Zitationen in internationalen Fachzeitschriften vorweisen müssen um eine gute Evaluierung zu bekommen. Sie konzentrieren sich auf verständliche wirtschaftspolitische Analysen ohne akademischen “Ballast”. Die ca. 850 Mitarbeiter in den sechs aus Steuergeldern finanzierten Institute jedoch würden für die Politik immer weniger relevant, so Capital.
Erste Stimmen mahnen nun, die Institute sollten nicht versuchen, die besseren Universitäten zu sein – aber wie kann sichergestellt werden, dass die Ratschläge der Institute auch auf einem sicheren wirtschaftswissenschaftlichen Fundament stehen? Und würde die Politikberatung wirklich besser werden, wenn der Wechsel zwischen Politik und Wirtschaft einfacher würde, wie die Capital-Autoren Hubert Beyerle und Thomas Fricke meinen?
Wir erleben derzeit die größte Wirtschaftskrise seit 70 Jahren – und die Wirtschaftsforschungsinstitute stehen in der Kritik. Wie kann die wirtschaftspolitische Beratung in Deutschland Ihrer Meinung nach verbessert werden? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!
Foto: artemuestra, Markets-Europe-Stocks/Fall, Lizenz: CC BY-SA 2.0
Tags: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut, ifo Institut, Institut für Weltwirtschaft, Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung

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