Reform des Weltklimarats gefordert

Nachrichten — By on 20. February 2010 10:14 am

Der Kopenhagener Klimagipfel sollte ein Meilenstein der internationalen Klimadiplomatie werden – geworden ist daraus bekanntlich nichts. Und die “Climategate”-Affäre um manipulierte Daten des Weltklimarats IPCC hat der Klimaforschung einen enormen Glaubwürdigkeitsverlust beigebracht.

Renommierte Klimaforscher haben den IPCC-Vorsitzenden Rajendra Pachauri inzwischen zum Rücktritt aufgefordert und mahnen Reformen des Weltklimarats an. “Wissenschaftler sind keine Ersatzpolitiker”, so Ottmar Edenhofer, stellvertretender Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Wissenschaft dürfe die “Nachfrage nach Sachzwängen”, mit denen Politiker ihre Handlungen gerne begründen, nicht befriedigen, wenn sie glaubwürdig bleiben wolle.

Die  Statuten des IPCC sehen daher auch vor, dass das Gremium keine politischen Empfehlungen geben darf (“policy relevant, but not policy prescriptive”). “Gefährlich”, so Edenhofer, “wird wissenschaftliche Politikberatung immer dann, wenn nur ein Weg exploriert und damit präjudiziert wird. Gerade dann besteht die Gefahr, dass im Namen der Wissenschaft eine Politik legitimiert wird, für die es keine oder eine zu schmale Wissensbasis gibt.”

Foto: World Economic Forum, Rajendra Pachauri, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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