DIW bewirbt sich um Gemeinschaftsdiagnose

Nachrichten — By on 17. January 2010 16:28 pm

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) wird sich um die Teilnahme an der Ausschreibung der Gemeinschaftsdiagnose bewerben. Das gab Institutspräsident Klaus F. Zimmermann in Berlin bekannt: “Wir werden fristgemäß zum 18. Januar unsere Bewerbung abgeben, und es wird ein fachlich und inhaltlich überzeugendes Angebot sein,” so Zimmermann in einer Pressemitteilung. Das Institut werde dabei vor allem auf ein breites Fundament von Forschung und erstklassiger wissenschaftlicher Veröffentlichungen bauen. “Ich bin deshalb zuversichtlich, dass der Weg wissenschaftlicher Exzellenz am Ende zum Erfolg führt.”

Bei der so genannten Gemeinschaftsdiagnose handelt es sich um von mehreren Wirtschaftsforschungsinstituten gemeinsam erstellte Konjunkturgutachten, die jeweils im Frühjahr und im Herbst der Bundesregierung übergeben werden.

2007 verlor das DIW den prestigeträchtigen Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) – das DIW sprach damals sogar von einer “linkskeynesianische Kampagne”, die das BMWi beeinflusst haben soll (der Think Tank Alert berichtete). Das Ministerium selber ließ verlauten, dass eine besondere Kompetenz des DIW im Bezug auf die Mittelfristprojektion “nicht ersichtlich” sei. Durch den personellen Wechsel im Ministerium erhofft sich das DIW nun scheinbar wieder bessere Chancen.

Bis zum 18. Januar müssen interessierte Institute ihr Teilnahmeinteresse beim Bundeswirtschaftsministerium bekunden. Aus dem Kreis der Bewerber werden dann bis zum Juli 2010 maximal sechs Bieter oder Bietergemeinschaften ausgewählt. Diese sechs werden zur Abgabe konkreter Angebote aufgefordert, aus denen dann maximal vier Bieter oder Bietergemeinschaften mit der Erstellung der Gemeinschaftsdiagnose für die nächsten drei Jahre beauftragt werden.

Das Konjunkturteam am DIW Berlin wird von Professor Christian Dreger geleitet, der erst vor kurzem an die Europa-Universität Viadrina berufen wurde. “Christian Dreger hat mit seinen ökonometrischen Modellen die empirische Basis der DIW-Konjunkturprognosen gestärkt und um regionale und branchenbezogene Analysen erweitert”, sagte Zimmermann. Dreger stehe damit für die heute geforderte Verbindung von Politikberatung und wissenschaftlicher Exzellenz.

Foto: © Sonia Boukaia-Murari – Fotolia.com

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