Rücktrittsforderung an Ralf Fücks

Nachrichten — Von Daniel Florian am January 10, 2010 um 13:24 pm

In einem offenen Brief haben sich eine Reihe von linken Mitgliedern von Bündnis90/Die Grünen für den Rücktritt von Ralf Fücks als Vorstand der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung ausgesprochen. Grund für die Rücktrittsforderung ist Fücks’ Kritik an der Vorsitzenden der evangelische Kirche Margot Käßmann. Käßmann hatte sich in einem Interview für einen schnellsmöglichen Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan ausgesprochen. Fücks warf Käßmann daraufhin vor, “im Brustton der höheren Moral politische Handlungsanweisungen zu erteilen” und sprach sich für den Verbleib der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan aus.

Die bislang mehr als 80 Unterzeichner des offenen Briefes werfen Fücks vor, seine Unterstützung des Einsatzes füge der Partei und der nach dem Pazifist Heinrich Böll benannten Stiftung großen Schaden zu. Der Brief schließt:

Als Freunde der HBS sind wir der Meinung, dass die Stiftung frische Impulse in der Führung braucht. Wir (wünschen) uns einen HBS-Vorstand, der produktive und positive Lösungsansätze anstößt und nicht eine neun Jahre alte und offenkundig gescheiterte Strategie stur weiterverfolgt. Aus diesen Gründen halten wir Dich für ungeeignet, Dein Amt weiter auszuführen und fordern Dich zum Rücktritt auf.

Die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung berichtet, dass sich auch Bundestagsabgeordnete der Kritik angeschlossen haben. Die Rücktrittsforderung lehne Fücks allerdings ab: “Ich nehme die Debatte ernst, aber nicht die Rücktrittsforderungen”, sagte er der Zeitung. Auch der ehemalige Parteichef Reinhard Bütikofer stellte sich hinter Fücks.

Foto: The U.S. Army, Afghanistan, Lizenz: CC BY 2.0

Leave a Reply

Trackbacks

Leave a Trackback