Rechnungshof wirft DIW Misswirtschaft vor

Nachrichten — By on 19. December 2009 10:00 am

Nach einem Bericht des Landesrechungshofes Berlin, der schwere Misswirtschaftsvorwürfe gegen das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erhebt, mahnt DIW-Präsident Zimmermann, die Debatte um die Mittelverwendung des DIW sachlich zu führen. Wenn es Mängel gebe, werde das DIW diese beheben, so Zimmermann gegenüber der Berliner Zeitung .

Der Landesrechungshof kritisiert unter anderem, dass das DIW Dienstleistungen der Washingtonter “Tochter” des Instituts eingekauft habe, die 2007 gegründet worden war, um die internationale Vernetzung des DIW voranzutreiben. Weiterhin wird die Beauftragung von Personalberatern und die Auszahlung von Abfindungen bemängelt. Insgesamt gehe es nach Informationen der Welt um ein “Beanstandungspotential” von mehr als sieben Millionen Euro.

Bis zum 4. Januar muss das DIW nun Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Für den streitbaren, aber renommierten Zimmermann könnte die Affäre ein besonderes Nachspiel haben. Die Berliner Zeitung behauptet, dass seine Position zu Jahresende auf die eines “Frühstückspräsidenten” mit vornehmlich repräsentativen Funktionen reduziert werden könnte. Zimmermanns Vertrag läuft Ende des Jahres aus.

Am Montag hatten bereits der Vorsitzende des DIW-Kontrollgremiums, Holger Hatje, und sein Vize Tobias Weber ihre Ämter aufgegeben. Ihr Rückzug habe aber nichts mit den jüngsten Vorwürfen zu tun, hieß es. Zudem hatte der Controllingchef Rolf Pompe gekündigt.

Foto: Detlef Güthenke/DIW Berlin

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