Soros gründet Climate Policy Initiative
Nachrichten — By Daniel Florian on 12. November 2009 14:37 pmBerlin bekommt ein neues Zentrum zur Bewertung und zum Vergleich von Klimapolitik. Die von George Soros finanzierte Climate Policy Initiative (CPI) ist ein weltweites Forschungsnetzwerk aus Instituten in Peking, Delhi, Rio de Janeiro, Venedig und – als erste Neugründung – Berlin. Letzteres wird am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) angesiedelt sein, mit dem es eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit geben wird.
Das Netzwerk mit Hauptsitz in San Francisco wird sich vor allem der Frage widmen, wie effizient die lokale, nationale und globale Klimapolitik ist. Im Mittelpunkt steht also die Frage, welchen Effekt die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen tatsächlich haben – und wie man sie wirksamer machen kann. „CPI wird diese Klimapolitiken untersuchen und die Öffentlichkeit und Regierungen dabei unterstützen, ihre Klimapolitiken zu verbessern.“, sagte Thomas C. Heller, Gründungsdirektor von CPI. „Wir müssen so früh wie möglich identifizieren, wo Lücken bei der Umsetzung entstehen oder Klimaziele nicht erreicht werden.“
Heller, seit 1979 Ökonom und Jurist an der renommierten Stanford University, ist Experte für internationales Recht sowie Entwicklungsökonomie und ist seit 1991 mit Forschung und Politikanalyse zur Energie und Klimapolitik beschäftigt.
„Wir untersuchen, welche Förderung und welche Rahmenbedingungen Haushalte und Unternehmen für eine klimafreundliche Entwicklung benötigen. Dann können wir sie mit geeigneten Politikinstrumenten ansprechen“, so Karsten Neuhoff, Leiter von CPI Berlin. „Eine spannende Herausforderung – ich freue mich dass wir sie zusammen mit Kollegen in Wissenschaft, Industrie und Finanzexperten in Berlin und Europa angehen können.“
Mit der Gründung von CPI Berlin wird die Region Berlin-Brandenburg immer mehr zum Zentrum der Erforschung von Klimawandel und Klimaschutz. Mit dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dem DIW Berlin und zahlreichen weiteren Instituten ist bereits heute hochkarätige Forschungskompetenz in der Region konzentriert. Im Januar wurden zudem Pläne bekannt, ein neues Klimainstitut in Potsdam zu gründen.
Den Auftakt der CPI-Arbeit in Berlin bildet eine zweitägige internationale Konferenz. Kurz vor der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen wird sich die Eröffnungskonferenz von CPI Berlin der Frage widmen, welche Rolle Subventionen dabei spielen, den Klimaschutz zu hemmen oder voranzubringen.
Die Climate Policy Initiative wird von der Soros Foundation des US-Investmentbankers und Milliardärs George Soros finanziert. CPI hat dabei eine eigene Rechtsform als gemeinnützige Organisation. Soros ist in Berlin bereits als Finanzier des European Council on Foreign Relations vertreten, der 2007 gegründet wurde.
Foto: World Economic Forum, George Soros, Lizenz: Creative Commons
Tags: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, European Council on Foreign Relations, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

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