Prognosen in einer komplexen Welt

Zeitungsschnipsel — By on 2. November 2009 22:51 pm

“Die Zukunft ist sehr schwer vorherzusagen”, sagt Ian Goldin, Leiter der 21st Century School an der University of Oxford. “Die besten Experten an den besten Institutionen liegen üblicherweise daneben.”

Und dennoch wagt Golding selber ein paar markante Prognosen. Bis 2030, so der ehemalige Präsident der Weltbank und Berater Nelson Mandelas, werde es etwa keine Paralympics mehr geben, weil die Medizin so weit vorangeschritten sei, dass Zellen schnell wieder nachwachsen. Und auch Renten werden 2030 ein Relikt der Vergangenheit sein.

Der Grund: die Geschwindigkeit, mit der sich Wandel im 21. Jahrhundert vollzieht. Unsere Handys sind heute schon leistungsfähiger als die Computer der Apollo-Mission, und die Verfügbarkeit von Technologien wird noch wachsen. Die Globalisierung habe jedoch auch zwei Achillesfersen: die wachsende Ungleichheit und die zunehmende Komplexität, durch die systemische Risiken erhöht werden.

Diesen technologischen Wandel zu managen, damit alle davon profitieren, werde damit zu einer der wichtigsten Aufgaben im 21. Jahrhundert – auch für Think Tanks, die zunehmend auch ein Verständnis technischer Prozesse erwerben müssen, weil Technologie ein alltäglicher Bestandteil auch der Politik sein wird.

P.S.: Meine persönliche Meinug ist übrigens: auch wenn Golding mit seinen beiden Achillesfersen Recht hat (und das klingt für mich auch einleuchtend) – den technologischen Wandel zu managen wird vermutlich einfacher sein, als wir glauben, einfach weil Unternehmen ein Interesse daran haben, diese Technologien möglichst allen zugänglich zu machen, um möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften. Der Unternehmer Richard Branson etwa will noch in diesem Jahr den ersten Touristen ins All schießen.

Foto: World Economic Forum, Annual meeting of the new champions, 2009, Lizenz: Creative Commons

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