Paul Krugman vs. Niall Ferguson
Nachrichten — Von Daniel Florian am August 26, 2009 um 17:00 pm“Pundits” nennt man im Amerikanischen jene Experten, die in den Late-Night-Shows aktuelle Ereignisse in Politik und Zeitgeschehen kommentieren und damit Meinungen bilden. Für ausgewogene Analysen ist da in der Regel keine Zeit, weswegen “pundits” zumeist ein ausgeprägtes Ego haben.
Kein Wunder also, dass man da mal aneinanderstößt, so wie jetzt der Ökonom Paul Krugman und der Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson. Beide sind hervorragende Wissenschaftler in ihrem Feld, und beide haben eine starke Meinung. Der Nobelpreisträger Paul Krugman hat sich durch seinen Blog “Conscience of a Liberal” einen Namen als Bush-Kritiker und Linksliberaler gemacht, während Niall Fergusson gerade rechtzeitig zur Wirtschaftskrise sein Buch “Der Aufstieg des Geldes” veröffentlicht hat und damit durch die Talkshows der Vereinigten Staaten tourt. Ferguson vertritt eine liberal-konservative Position und kritisierte die Obama-Regierung für ihre “keynesianische” Politik.
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, schonen sich die beiden nicht in ihrer öffentlichen Auseinandersetzung: “Ferguson sei ein ‘Wichtigtuer’, schrieb Krugman zum Beispiel. Krugman leide unter ‘verbalem Durchfall’, antwortete Ferguson”. Im Kern geht es bei der Debatte um die Frage, wie die Obama-Administration auf die Finanz- und Wirtschaftskrise reagieren soll, die Sachebene haben die beiden Diskutanten dabei schon längst verlassen.
Foto: Mike McCaffrey, P-Krug: Enemy of the Good, Lizenz: Creative Commons

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2 Comments
Sieht aus, als sei Dogmenstreit gerade wieder en vogue unter Oekonomen. Da macht die Disziplin gleich nochmal so viel Spass. Intellektueller Bankrott der Chicago-Schule siehe http://bit.ly/oUsgw