Bush will eigenen Think Tank in Texas gründen

Ausland — Von Daniel Florian am May 26, 2009 um 22:24 pm

Knapp 100 Tage nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt plant George W. Bush die Gründung eines Think Tanks in seinem Heimatstaat Texas, an der Southern Methodist University Dallas (SMU). Nach Informationen des amerikanischen Magazins Newsweek befindet sich Bush dereit auf einer “aggressiven” Fundraising-Tour, um das 300 Millionen US-Dollar teure Projekt zu verwirklichen, das auch eine Bibliothek und ein Museum umfassen soll.

Kritiker sehen in dem Institut den Versuch, das umstrittene Vermächtnis des Ex-Präsidenten aufzupolieren, zumal das “Freedom Institute” (so der inoffizielle Name) nicht an die Universitätsleitung der SMU berichte, sondern direkt an die George W. Bush Foundation. So schreibt die New York Times:

To critics, then, the institute sounds like a walled preserve within which the strange ideological growths of the Bush era will proliferate – with S.M.U.’s good name affording them intellectual legitimacy.

Seit 2005 tobt daher eine heftige Debatte auf dem Campus der Universität. Die Gegner des Instituts fordern, dass das Institut sich entweder der akademische Kontrolle unterwirft oder seine Zelte jenseits der SMU aufschlägt. Die finale Abstimmung im Senat vor zwei Jahren endete, so die Times, mit einem Unentschieden. Das bedeutet, dass der Antrag der Gegner abgelehnt wurde.

In den USA kommt es durchaus häufiger vor, dass Präsidenten nach Ihrer Amtszeit einen Think Tank gründen, etwa die nach Präsident Herber C. Hoover (1874-1964) benannte Hoover Institution an der Universität Stanford. Aber auch im Falle der Hoover Institution hatte es heftige Auseinandersetzungen zwischen dem Institut und der Universität gegeben – ein Fall, der sich nun wiederholen könnte.

R. Gerald Turner, der Präsident der SMU, hofft, dass Bushs persönliche Überzeugungen ihre Bedeutung für die Arbeit des Instituts nach einer gewissen Übergangsperiode verlieren und damit auch die Debatte über das Institut an Schärfe verliert. Diese Erwartung mag vielleicht eintreten; im Interesse des Namensgebers würde solch eine Entwicklung sicherlich nicht liegen.

Foto: Präsident George W. Bush beim Gedenktag des Pentagon zum 11. September (2008), Foto: Army.mil, via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

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