Professoren haben keinen Einfluss auf die amerikanische Außenpolitik
Ausland, Bücher — By Daniel Florian on 11. April 2009 10:00 amBereits zum dritten Mal hat das Magazin Foreign Policy amerikanische Professoren nach ihrer Einschätzung zur Außenpolitik befragt (eine Zusammenfassung der letzten Ergebnisse vor zwei Jahren finden Sie hier). Insgesamt 1.743 Professoren nahmen an der Befragung teil, die im November/Dezember des vergangenen Jahres durchgeführt wurde.
Das bemerkenswerteste Ergebnis der Umfrage: fast 40 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sie “keinen Einfluss” auf die Gestaltung der amerikanischen Außenpolitik oder zumindest auf den Diskurs darüber haben.
Bei der Beurteilung der wichtigsten Herausforderungen an die amerikanische Außenpolitik deckt sich die Einschätzung der Professoren im Wesentlichen mit derjenigen der breiten Öffentlichkeit. Der Klimawandel wird als als die derzeit größte Bedrohung der USA gesehen (36 Prozent); erst dahinter kommen der Irakkrieg (34 Prozent), die globale Abhängigkeit vom Öl (32) und der Konflikt im Mittleren Osten (32).
Diese Einschätzung spiegelt sich aber laut Foreign Policy nicht im Forschungsprogramm der Wissenschaftler wider:
There remains, however, a disconnect between these findings and the type of research that scholars are conducting at leading educational institutions in the United States. The dialogue in scholarly journals often gives the impression that the United States is still fighting the Cold War – that threats to national security come largely from great powers and from states that have or seek nuclear weapons. Although 40 percent of the scholars who responded claim their primary or secondary research focus is on international security issues, only 7 percent of respondents focused on international environmental issues.
Das würde natürlich auch erklären, warum die Professoren der Ansicht sind, keinen Einfluss auf die amerikanische Politik zu haben.


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