USA: Konservative Think Tanks spüren die Finanzkrise

Ausland, Management — By on 10. April 2009 6:48 am

Nach Informationen des Washington Independent machen sich die Auswirkungen der Finanzkrise inzwischen auch in den Budgets der konservativen Think Tanks bemerkbar. Anders als in Deutschland sind die meistern amerikanischen Think Tanks nicht durch öffentliche Gelder finanziert, sondern durch private Großspender.

Besonders hart betroffen sei das American Enterprise Institute, einer der einflussreichsten, aber auch der umstrittendsten Think Tanks in den USA. Der langjährige Präsident des AEI Chris DeMuth sagte nach Angaben des Independent:

“We will work very hard on the revenue side (…). But there is no way we are going to be able to get through the period ahead without looking at the cost side as well. We will have to become more lean, more focused.”

Verschiedene Großspender haben bereits angekündigt, ihre Spenden an das AEI zu kürzen. Das Institut hat aber auch selber Geld durch Investitionen in Hedge Fonds verloren. Etwas besser sieht es offensichtlich bei der konservativen Heritage Foundation aus, die nach ihrer Hochzeit in den 1980er Jahren weltweit als eine Art Blaupause eines modernen Think Tanks gesehen wurde. Im Unterschied zum AEI bezieht die Heritage Foundation einen großen Teil ihrer Einnahmen durch Kleinspenden. Diese Art der Finanzierung scheint krisensicher zu sein:

Carsten Walter, the director of membership for the Heritage Foundation, said the aggressive marketing and direct mail campaign of that think tank had made up for expected damage from skittish large donors and foundations. Since 2006, Heritage’s network of donors has expanded from 275,000 to roughly 415,000. Small-money donors who are angry at the new Democratic administration can show their might by supporting a conservative think tank. This sort of revenue stream isn’t available to AEI.

Damit folgt die Heritage Foundation dem Beispiel des amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Dieser hatte seine Kampagne ebenfalls erstmals zu einem großen Teil durch Kleinspenden finanziert.

Mit Dank an LobbyControl für den Tipp.

Korrektur (26.05.2009): In diesem Fall heißt es – anders als oben beschrieben – nicht “Lernen von Obama”, sondern “Obama lernt”: die Heritage Foundation verfolgt ihre Kleinspenden-Strategie jedenfalls nicht erst seit Obamas erfolgreicher Wahlkampagne, sondern hat schon vor Jahren damit begonnen, vermehrt auf Kleinspenden zu setzen.

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