Brauchen wir einen “Faktencheck” für Experten?

Medien — By on 26. March 2009 14:06 pm

Der New York Times-Kolumnist Nicholas Kristof greift in einem Text die Forschungsergebnisse des US-amerikanische Psychologen Philip Tetlock auf, der in seinem Buch “Expert Political Judgment: How Good Is It? How Can We Know?” empirisch belegt, dass (grob gesagt) die Vorhersagekraft von Experten sich in etwa im Bereich der Vorhersagekraft von Affen bewegt (der Think Tank Alert berichtete). Dennoch haben Experten einen hohen Einfluss auf den Meinungsbildungsprozess:

A different study (…) found that a president who goes on television to make a case moves public opinion only negligibly, by less than a percentage point. But experts who are trotted out on television can move public opinion by more than 3 percentage points, because they seem to be reliable or impartial authorities.

Und wenn der Experte sich irrt? Kein Problem, der Zuschauer vergisst schnell:

The marketplace of ideas for now doesn’t clear out bad pundits and bad ideas partly because there’s no accountability. We trumpet our successes and ignore failures — or else attempt to explain that the failure doesn’t count because the situation changed or that we were basically right but the timing was off.

Damit Experten stärker Rechenschaft über ihre Vorhersagen ablegen, schlägt Tetlock eine unabhängige Stiftung vor, welche die Vorhersagen von Experten aufzeichnet und evaluiert. Bürger können dann per Mausklick überprüfen, ob der eben gehörte Experte in der Vergangenheit richtig lag oder nicht.

Das ganze würde dann vermutlich so ähnlich aussehen wie der “Faktencheck” der ARD-Sendung “Hart aber fair”. Meiner Meinung nach ein guter Beitrag für transparenten Journalismus und transparente Öffentlichkeitsberatung durch Think Tanks und Denkfabriken. Wie ist Ihre Meinung?

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