ifo-Institut: der Armutsbericht der Bundesregierung ist chaotisch

Mit heftigen Worten hat das Münchener ifo-Institut den “3. Armuts- und Reichtumsbericht” der Bundesregierung kritisiert, den Arbeitsminister Olaf Scholz kürzlich vorgelegt hat:

“Die dort angegebenen Zahlen produzieren, gewollt oder ungewollt, eher Chaos als Klarheit über den Begriff und Umfang von Armut in Deutschland”, so der Leiter für Sozialpolitik und Arbeitsmärkte am ifo-Institut, Martin Werding, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

In einem Beitrag für die Wirtschaftswoche legte ifo-Chef Hans-Werner Sinn noch nach: es stimme nicht, dass jeder achte Deutsche arm sei, so der Ökonom. Zuvor hatte auch das Wirtschaftsministerium den Bericht mit den Worten kritisiert, der Bericht enthalte “tendenziöse Passagen”. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) hingegen wirft Scholz vor, die dem Bericht zugrunde liegenden Daten beschönigt zu haben. Die Armutsquote in Deutschland liege nicht bei 13, sondern bei 18 Prozent. Das DIW hatte dem Arbeitsministerium bei der Erstellung des Berichts zugearbeitet.

June 11th, 2008

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