Online-Videos: mit einfachen Mitteln eine große Medienaufmerksamkeit erzielen

FAZ.NET, die Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, macht derzeit vor, wohin es gehen könnte mit dem Online-Journalismus. Erst hat sie mit dem “F.A.Z. Reading Room” – pardon, das heißt jetzt “Lesesaal” – ein interaktives Forum für Bücherfreunde gestartet, nun ist in ähnlicher Manier auch ein FAZ.NET Special zum Thema “China” erschienen.

Eberhard SandschneiderDort ist heute auch ein sehenswertes Video-Interview mit dem Direktor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) Eberhard Sandschneider zu sehen. Der Westen sei nicht auf den Aufstieg Chinas vorbereitet, so Sandschneiders These. Darüber hinaus prognostiziert der Autor des Buches “Globale Rivalen”, dass eine Demokratie nach westlichem Vorbild in China auf absehbare Zeit sehr unwahrscheinlich sei, denn die wachsende Mittelschicht von150 Mio. Menschen habe kein Interesse daran, ihr politisches Schicksal durch die Einführung einer Demokratie in die Hände von 800 Mio. Bauern zu legen, die eine völlig andere Interessenlage hätten.

So weit der Inhalt, besonders interessant ist in diesem Zusammenhang jedoch die Form. Das Video ist mit technisch äußerst einfachen Mitteln gemacht: eine Kamera, die zwischen verschiedenen Einstellungen wechselt sowie in das Video integrierte Fotos sind alles, was man für das Video benötigt.

Denkfabriken können daraus ebenfalls Kapital schlagen, denn die Produktion eigener Mini-Videos ist eine einfache und verhältnismäßig kostengünstige Möglichkeit, ihre öffentliche Wahrnehmung deutlich zu verbessern. Davon würden beide Seiten, Online-Medien und Denkfabriken, profitieren: Online-Medien können die Videos in ihre Beiträge einbinden und so die Klickzahl für ihre Seiten – die zentrale Maßeinheit für Internetwerbung – erhöhen. Auf der anderen Seite können Think Tanks ihre Wissenschaftler mit Mini-Videos wesentlich öffentlichkeitswirksamer und prominent platzieren. Die Produktion eines dreiminütigen Videos koste dabei weniger als 1.000 Euro, so Klas Roggenkamp, Gesellschafter der compuccino GbR.

In den USA sind manche Think Tanks sogar noch weiter und haben – wie die enommierte Brookings Institution – sogar ein eigenes Ton- und Filmstudio. Bereits heute gehören Podcasts zum digitalen Medienangebot vieler Think Tanks – bis zum eigenen Video-Podcast ist es da nur ein kleiner Schritt.

May 15th, 2008

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