Eine “neue Generation” von Politikberaterinnen?

Zwei sind eine Bewegung, drei eine Generation. Und so schreibt die Wirtschaftswoche über die “neue Generation” von Frauen in der wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung, die aus Claudia Buch (Institut für angewandte Wirtschaftsforschung), Claudia Kemfert (DIW Berlin) und Beatrice Weder di Mauro (Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung) bestehen soll.

“Statt von vorgefassten Meinungen und ordnungspolitischen Leitbildern lassen sie sich von den empirischen Ergebnissen ihrer Untersuchungen leiten”, schreibt die Wirtschaftswoche weiter. Die meisten Kollegen der drei Power-Frauen würden sich die darin implizite Unterstellung, sie arbeiteten mit einer ordnungspolitischen Schere im Kopf, sicherlich verbieten.

Außerdem würden die Wissenschaftlerinnen – anders als ihre männlichen Kollegen – das Licht der Öffentlichkeit scheuen, mit Ausnahme von Claudia Kemfert, die ein häufiger Gast in Talkshows und ein beliebter Interviewpartner ist. Aber auch das ist sicherlich keine Beobachtung, die auf das Geschlecht der Politikberater zurückzuführen ist. Denn tatsächlich gibt es scheinbar nur wenige Gemeinsamkeiten zwischen den drei Frauen – und deswegen auch kaum Anhaltspunkte, dass hier eine “neue Generation” entstünde.

Das Buch “Die Strippenzieherinnen” (der Think Tank Alert berichtete) wirft übrigens einen umfangreicheren Blick auf die Beraterinnen – aber von diesen Ausnahmen abgesehen fehlen schlicht und einfach Daten, die belegen könnten, welche Rolle Frauen in der Politikberatung heute spielen – und wie sich die Beraterinnen in der Männerdomäne bewegen.

April 25th, 2008

Leave a Comment

Required

Required, hidden

Some HTML allowed:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed