Wissenschaftsrat: Wir brauchen eine “Rankingfolgenabschätzung”
Rankings sind ein beliebtes, weil einprägsames und leicht zu visualisierendes Instrument der Wissenschaftsevaluation. Der Teufel steckt natürlich im Detail des Ranking-Designs, und manches mal führt ein schlechtes Ranking lediglich zu einem Abwickeln schlecht abschneidender Institute, und nicht zu einem Lernprozess.
Der Wissenschaftsrat, der in Deutschland nicht nur Universitätsinstitute, sondern auch Denkfabriken beurteilt, ist sich der Problematik solcher Rankings offensichtlich bewusst, wie der Berliner Tagesspiegel anlässlich des frisch erschienenen Soziologie-Rankings schreibt: Aus dem Ranking solle
das Fach mehr über sich selbst erfahren. Die Gutachtergruppe um den Soziologen Friedhelm Neidhart wünscht sich, dass die geprüften Einrichtungen darüber nachdenken, wie sie ihre Stärken beibehalten und sie ihre Schwächen beseitigen können. Die Gutachter sind sich auch über die Gefahren ihrer Studie im Klaren: Unileitungen könnten ein negatives Fachrating zum Anlass nehmen, die kleineren Soziologie-Institute abzuwickeln. Der Wissenschaftsrat will die Folgen seines Berichts beobachten, “Rankingfolgenabschätzung” betreiben.
Diese Sichtweise ist wichtig: Rankings legen klar die Schwächen eines Instituts offen, und manchmal liefern sie schlicht ein falsches Bild. Die Außenwirkung von Rankings ist trotzdem nicht zu unterschätzen – auch manche Denkfabriken sind schon aufgrund eines schlechten Rankings geschlossen worden. Deswegen hilft nur eine offene Kommunikation: von den Gutachtern abweichende Einschätzungen müssen verdeutlicht werden und es müssen Schritte unternommen werden, die Schwächen des Instituts zu verbessern.
Übrigens: beim Soziologie-Ranking des Wissenschaftsrat schnitten bei den außeruniversitären Instituten sowohl das DIW Berlin als auch das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung mit der Note “exzellent” ab.
April 21st, 2008
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