War was? Über den Einfluss von Think Tanks
Wenn man sich mit Think Tanks beschäftigt, geht es eigentlich immer nur um eine Frage: welchen Einfluss haben Denkfabriken? Ein humorvoller und zugleich hintergründiger Artikel zu diesem Thema ist diese Woche im Global Dashboard erschienen:
There isn’t a think-tank, policy institute or academic department anywhere in the world that doesn’t have a cupboard or entire room given over to hoarding vast quantities of unread pamphlets from years gone by. (…) Surveying the serried ranks of good ideas going stale, your average policy wonk is liable to wonder whether anyone actually reads their stuff – and then go and gloomily Google themselves for any scrap of evidence that someone might have done so …
Aber warum lesen nur so wenige Menschen, was in unseren Denkfabriken ausgebrütet wird? Hier einige Ideen aus der Fachzeitschrift Police Practice and Research:
- Ein Buch oder einen Fachartikel zu lesen kostet Zeit und Muße, die nur wenige Menschen haben.
- Viele Artikel werden nicht um der Sache selbst willen geschrieben (also die Veränderung einer politischen Position), sondern weil der Autor sich davon eine gute Karriereaussicht, eine Einladung zu einer Konferenz oder etwas anderes verspricht.
- Die Bücher und Artikel sind schlicht und einfach schwer zu finden.
Die Einfachheit der Antworten mag auf den ersten Blick überraschen, aber auf den zweiten Blick leuchten die Argumente ein (wem diese Zusammenfassung zu kurz ist: ein etwas längeres Zitat ist im Artikel “Why people aren’t reading your think-tank’s latest report” zu lesen).
Was können Think Tanks tun? Entscheidend für den Einflussmöglichkeiten von Think Tanks ist das genaue Wissen über die Zielgruppe der Denkfabrik: an wen richten sich die Analysen (Akademiker, Politiker, Medien?) und wie informieren sich diese Zielgruppen (über das Internet, die Tageszeitung oder über Bücher?). Beides zusammen gibt einem schon einen ganz guten Überblick über das erforderliche Format und die besten Vertriebswege der eigenen Produkte.
Und warum sollten Think Tanks nicht auch Markt- und Meinungsforschung betreiben? Internet-gestützte Marktforschungsverfahren sind heute günstiger als mancher vielleicht denkt. Und bevor man einen Karton Broschüren druckt, nur um später festzustellen, dass seine Zielgruppe viel lieber E-Mails liest, lohnt sich ein wenig Marktforschung (auch finanziell) schon sehr schnell – und wenn es nur eine Umfrage auf der eigenen Webseite ist.
April 9th, 2008
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