KAS berichtet über globale Klimaschutzdebatte
Mit einer über 130 Seiten starken Studie zeigt die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) eindrucksvoll, welchen Vorteil es hat, wenn man mit über 120 Regionalbüros auf allen Kontinenten vertreten ist. Anlässlich der Klima-Konferenz in Bali hat die KAS einen “Klimareport International” erstellt, in dem die einzelnen Büros jeweils aus ihrer Region berichten, welche Auswirkungen die gegenwärtige Debatte über den Klimawandel auf die Politik hat.
Dabei werden die Positionen einzelner Regierungen ebenso beschrieben wie die öffentliche Debatte in den nationalen Medien oder die Probleme in der täglichen Arbeit von Umweltjournalisten in manchen Schwellenländern, denen als Multiplikatoren eine besondere Rolle im Klimadiskurs zukommt. Abgerundet werden die Beiträge mit Informationen darüber, wie die jeweiligen Regierungen, aber auch regionale Nichtregierungsorganisationen auf den Klimawandel reagieren.
Anders als viele andere “Klimareports” (wie der von Nicholas Stern zum Beispiel) gibt der Report der KAS also nicht nur Daten, sondern auch Diskurse wieder. Im Kapitel zu Südafrika wird etwa auch der Frage nachgegangen, ob die Fußball-Weltmeisterschaft möglicherweise zu einem Schub für das Umweltbewusstein in Südafrika führen kann. Damit beschreibt der Klimareport nicht nur ein Problem (und wirkt damit als Agenda-Setter), sondern stellt auch Lösungsansätze dar beziehungsweise beschreibt, wo mangels Umweltbewusstsein oder anderer Hinderungsgründe Hürden zu überwinden sind.
Hierin liegt allerdings auch die größte Schwäche des Reports: Die Schlussfolgerungen und Empfehlungen des Reports bleiben deskriptiv und wenig konkret. Man muss kein Nobelpreisgewinner sein, um festzustelle, dass der Klimawandel ein globales Problem ist, das international gelöst werden muss. Aber wie genau soll das geschehen? Durch stärkere Regulierung? Durch marktwirtschaftliche Instrumente?
Der Report bemängelt zwar das fehlen einer öffentlichen Klimadebatte, erklärt aber nicht, welchen Beitrag die KAS leisten will, um genau diese Debatte in den Entwicklungsländern anzustoßen. Man muss ja nicht gleich einen Film wie Al Gore drehen, aber bei der Forcierung der Klimadebatte könnten die Regionalbüros der KAS ein entscheidender Vorteil bei der Durchführung einer “konzertierten Aktion” sein.
December 11th, 2007
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