DIW: Neue Adresse, neuer Konjunkturexperte

Der Umzug des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin vom beschaulichen Dahlem nach Mitte war eines der zentralen Projekte des DIW-Präsidenten Klaus Zimmermann (der Think Tank Alert berichtete), aber auch intern umstritten. Nun ist der Umzug jedoch komplett: Am 15. November eröffnete Finanzminister Steinmeier das neue Haus in der Mohrenstraße.

Der Minister kam mit einem guten Rat: “Passen Sie auf”, sagte Peer Steinbrück zum DIW-Präsidenten Klaus Zimmermann. Er warnte den Wissenschaftler und sein Wirtschaftsforschungsinstitut vor Selbstüberschätzung. Und vor zu viel Einmischung. Politikberatung sei erwünscht und erforderlich. Doch Politik machen, wie es so mancher Wissenschaftler mithilfe der Medien versuche, sei nun mal der Job der Politiker. (Tagesspiegel: Politik beraten, nicht machen, 16. November 2007)

Mahnung an die Berater: Finanzminister Peer Steinbrück
Mahnung an die Berater: Finanzminister Peer Steinbrück (Foto: DIW)

Mit dem Umzug nach Berlin-Mitte, so Klaus Zimmermann, sei der Reformprozess des DIW “abgeschlossen” und zog den Publikationsoutput und die Medienpräsenz des Instituts als Beleg heran. Steinbrück ermahnte die Wissenschaftler allerdings auch, “mehr Verständnis für das Prozesshafte der Politik” zu haben. Politik habe nicht alleine wissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten zu folgen, sondern auch die “soziale Stabilität” im Auge zu behalten.

Der neue Konjunkturexperte: Christian Dreger
Der neue Konjunkturexperte: Christian Dreger (Foto: DIW)

Zeitgleich mit dem Umzug des DIW wurde auch bekannt, dass Christian Dreger (48) der neue Leiter der Konjunkturabteilung werden wird. Er wird Nachholger von Alfred Steinherr, der im kommenden Jahr aus Altersgründen ausscheidet. Im Sommer hatte das DIW außerdem die Ausschreibung für die halbjährlichen Wirtschaftsgutachten verloren, da eine “besondere Kompetenz des DIW nicht offensichtlich” sei (der Think Tank Alert berichtete). Der Volkswirt Dreger ist derzeit stellvertetender Leiter der Konjunkturabteilung. Wie dpa berichtete, kündigte Zimmermann außerdem an, dass das DIW seine Konjunkturprognosen künftig um regionale und branchenbezogene Analysen verstärken wolle.

November 22nd, 2007

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