Bertelsmann Stiftung trennt sich von Werner Weidenfeld
Köpfe, Nachrichten — By Daniel Florian on 31. October 2007 9:41 amDie Bertelsmann Stiftung gab gestern bekannt, dass sich die Denkfabrik von ihrem langjährigen Vorstandsmitglied Werner Weidenfeld trennt. Hintergrund der Trennung sind gegen Weidenfeld gerichtete Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München wegen Untreue (der Think Tank Alert berichtete). Das Ermittlungsverfahren ist inzwischen jedoch gegen eine Zahlung von 10.000 Euro eingestellt worden. Laut Angaben des Tagesspiegel sollen die Verträge zwischen der Bertelsmann Stiftung und dem von Weidenfeld geleiteten Centrum für angwandte Politikforschung (CAP) jedoch weiterlaufen – zumindest bis 2010.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung reflektiert kritisch die Entwicklung der Bertelsmann Stiftung: seit Jahren mache die Stiftung bereits einen zwiespältigen Eindruck, schreibt das Blatt. Zu allen Themen habe die Bertelsmann Stiftung gearbeitet, häufig wirkten die Ergebnise jedoch aufgeblasen oder von zweifelhafter Aussagekraft:
Die dabei eingesetzte Wissenschaft ist, wie im Fall des Standortrankings oder der Hochschulreformfabrik CHE, oft zweitrangiger Qualität. Vorrangig zählen Tempo, Wiedererkennbarkeit des Vokabulars und ein hoher Anteil an Reformversprechen, der alles außer Bertelsmanns Rat auf den ersten Blick alt aussehen lässt.
Zusätzlich hätten häufige Personalwechsel ebenfalls für Unruhe in der Stiftung gesorgt. Mit dem Rausschmiss Weidenfelds – natürlich “in beiderseitigem Einvernehmen” – wird es sicherlich nicht ruhiger werden in der Stiftung.


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