Qualitätskontrolle am DIW: Fünf Fragen an Georg Meran
Prof. Dr. Georg Meran ist Vizepräsident des DIW Berlin und Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Berlin.
Frage: Herr Meran, wie stellt das DIW Berlin sicher, dass die Qualität seiner veröffentlichten Forschungsergebnisse immer auf dem höchsten Niveau ist?
Meran: Alle Produkte des Hauses durchlaufen eine strenge Qualitätskontrolle. Wir veröffentlichen nichts, was nicht vorher auf seine wissenschaftliche Qualität überprüft wurde.
Frage: Wie sieht so eine Qualitätskontrolle aus?
Meran: Nehmen wir als Beispiel unsere Publikation “Wochenbericht des DIW Berlin”. Hier wird das Manuskript zunächst von dem jeweiligen Abteilungsleiter geprüft, das ist die erste Kontrolle. Dann fließt der Beitrag in den internen Redaktionsprozess ein. Für jeden Bericht gibt es einen Lektor, der die wissenschaftliche Qualität prüft und gegebenenfalls Anregungen für Ergänzungen oder Korrekturen gibt. Die Lektoren sind alles Wissenschaftler des DIW Berlin, die mit der Thematik des jeweiligen Berichtes vertraut sind. Sie prüfen, ob die Methoden, Modelle und Datensätze auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sind. Daneben wird der Bericht von einem Redakteur sprachlich überarbeitet. In einer Redaktionskonferenz werden alle inhaltlichen Anregungen und sprachlichen Korrekturen in das Manuskript eingearbeitet. Schließlich muss der Bericht auch vom Herausgebergremium “abgesegnet” werden.
Frage: Ist dieser Prozess bei allen Publikationen des DIW Berlin gleich?
Meran: Nein, der Kontrollprozess variiert im Einzelnen. Aber für jede Publikation gibt es einen Lektoratsprozess, der den hohen wissenschaftlichen Anspruch unseres Hauses garantiert. Das gilt im Übrigen auch für die Politikberatung. Gutachten für die Bundesregierung, die EU oder andere Auftraggeber werden ebenfalls lektoriert.
Frage: Überprüfen Sie auch die Qualität der Aussagen Ihrer Wissenschaftler in der öffentlichen Diskussion?
Meran: Sicher. Hier haben wir eine klare Regelung, dass die Wissenschaftler des DIW Berlin sich nur zu den Themen gegenüber der Presse oder bei Veranstaltungen äußern können, zu denen Sie auch geforscht haben. Da wir alle Forschungsergebnisse publizieren, wissen wir, dass diese Äußerungen dann bereits die Qualitätskontrolle der Publikationen durchlaufen haben.
Frage: Seit wann gibt es diese Qualitätssicherung beim DIW Berlin?
Meran: Bei den Wochenberichten gibt es sie seit Beginn dieser Reihe, also seit 1928. Der Prozess wurde freilich immer stärker verfeinert. Bei den anderen Publikationen gab es im Prinzip auch immer eine Qualitätskontrolle, indem das Manuskript einem Kollegen gegeben wurde, der es geprüft hat. Diese Kontrolle war aber nicht institutionalisiert. Wir haben dann aber 2003 alle Publikations- und damit Qualitätssicherungsprozesse optimiert und dokumentiert. Seitdem wissen wir genau, dass alle Forschungsergebnisse in höchster Qualität an die Öffentlichkeit gehen.
Die Fragen stellte Dörte Höppner, DIW Berlin.
April 6th, 2007
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