Im Elfenbeinturm: Das “Foreign Policy”-Magazin veröffentlicht zweite Umfrage unter Politik-Professoren

Ausland, Bücher — Von Daniel Florian am March 11, 2007 um 10:38 am
Foreign Policy: Inside the Ivory Tower
Foreign Policy: Inside the Ivory Tower
Klare Meinung: Die überwältigende Mehrheit der amerikanischen Außenpolitik-Professoren beurteilt den Irak-Krieg negativ (Grafik: Foreign Policy).

Politikwissenschaftler sind in der Politik oft schwer gelitten: In ihrem Elfenbeinturm hätten sie kaum Einblick in die politischen Realitäten, denen Entscheider oft ausgesetzt sind, lautet der Vorwurf. Dennoch: Durch ihre Außenperspektive und ihre Erfahrung (auch in politischen Prozessen) sind sie häufig gefragte Berater. Was denken also die Politikberater der Neuen Welt? Was sind die drängenden außenpolitischen Probleme und wie können sie gelöst werden?

Bereits zum zweiten Mal fragt das amerikanische Magazin Foreign Policy alle Fakultäten der Internationalen Beziehungen in den USA über ihre Meinung zur amerikanischen Außenpolitik. Das Ergebnis zeigt, dass die Politik-Professoren sich im Wesentlichen einig über die Problemlage der amerikanischen Außenpolitik sind. Der Irak-Krieg steht über das ganze politische Spektrum verteilt ganz oben auf der Liste der drängensten Probleme und wird mit überwältigender Mehrheit negativ beurteilt. Ein zweites Ergebnis ist jedoch bedeutsam: Obwohl 62 Prozent den Nahen Osten als die strategisch wichtigste Region der Gegenwart bezeichnen und zwei Drittel sagen, dass in 20 Jahren Ostasien diese Position inne haben wird, nannten nur 7 Prozent den Nahen Osten und 8 Prozent Ostasien als ihren Forschungsschwerpunkt.

Im Ergebnis kommen die Autoren der Umfrage zu dem Fazit:

Occupants of the ivory tower, it seems, suffer from one of the disadvantages inherent in being so far removed from the policy process: They can be slow to respond to the emergence of new threats in the international system. If they hope to get a better audience with policymakers in the future, academics must do more than simply anticipate future challenges. They must engage the issues that drive policy beyond the ivory tower.

Eine Beobachtung, die sicherlich auch an deutschen Universitäten beherzigt werden sollte.

Eine detailliertere Zusammenfassung der Umfrage finden Sie auf der Webseite des Foreign Policy-Magazins.

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