Politikberater mit Oscar: Wie Think Tanks und Prominente zusammenarbeiten
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| Angelina Jolie: Engagierte Schauspielerin (Foto: Stefan Servos, wikipedia) |
Während sich die internationale Filmszene zur Oscarverleihung in Hollywood traf, reiste die Schauspielern Angelina Jolie in die Krisenregion Darfur, um sich ein Bild der dortigen Situation zu machen. Jolie, die 1999 selber mit einem Oscar für die beste Nebendarstellerin im Psycho-Drama “Durchgeknallt” bekam, bereiste die Region bereits zum dritten Mal in ihrer Eigenschaft als UN-Sonderbotschafterin und ist n-tv.de zufolge angeblich auch als neues Mitglied des Council On Foreign Relations (CFR) im Gespräch, einem amerikanischen Think Tank, dem unter anderem auch Condoleezza Rice, Henry Kissinger und Madeleine Albright angehören.
Auch wenn die Rolle von Promis in der Humanitären Hilfe umstritten ist: Aus PR-Sicht ist diese Idee durchaus bestechend. Das CFR ist, wie zum Beispiel auch die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, ein Verein, der sowohl Einzelmitglieder wie auch institutionelle Mitglieder hat. Die breite Mitgliederbasis kann unter Umständen Türen öffnen und die Öffentlichkeit besser für Themen sensibilisieren als eine Armee von Wissenschaftlern.
Bleibt also die Frage, wann deutsche Think Tanks nachziehen. Der G8-Gipfel bietet dazu die beste Gelegenheit: Herbert Grönemeyer hat – quasi als deutsches Pendant zu Bono – bereits angekündigt, während des Gipfels ein Konzert unter dem Motto “Deine Stimme gegen die Armut” zu geben. Passend dazu könnte das Deutsches Institut für Entwicklungspolitik eine Studie zur entwicklungspolitischen Bedeutung von Schuldenerlassen vorstellen – mit Grönemeyer als Gast in der Pressekonferenz. Oder Grönemeyer und ein Wissenschaftler des Instituts für Afrika-Kunde diskutieren die Ziele der deutschen Entwicklungspolitik bei Maischberger. Oder die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik druckt ihr Logo auf die Eintrittskarten des Konzerts und bietet eine “Schnuppermitliedschaft” für alle Grönemeyer-Fans an? Dies sind nur eine Handvoll Ideen, wie Think Tanks den G8-Gipfel und das Grönemeyer-Konzert nutzen können, um mehr Aufmerksamkeit für komplexe globale Probleme zu bekommen – und neue Lösungswege zu präsentieren. Der G8-Gipfel kommt frühestens in acht Jahren wieder nach Deutschland – bis dahin könnte es schon zu spät sein. Diese Chance sollte deswegen nicht vertan werden.
February 28th, 2007

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