Think Tanks in den USA: Kaderschmieden und intellektuelles Fundament der Politik
Albrecht Ziegler, SWR-Korrespondent in Washington, schreibt auf der Internetseite der ARD einen lesenswerten Artikel über Think Tanks in den USA: Die lange Tradition der Denkfabriken in der Neuen Welt sei auf die finanzielle Potenz amerikanischer Unternehmen und Philantropen um die vorletzte Jahrhundertwende herum zurückzuführen. Aber Geld sei nicht der einzige Grund für den Aufstieg der Denkfabriken. Genauso wichtig ist das Versagen der Universitäten bei der Bereitstellung von anwendungsorientiertem Wissen, wie David Boaz vom liberalen Cato Institute bestätigt: “Viele Akademiker in den Vereinigten Staaten sind in Hobbys oder in esoterischen Spezialgebieten gefangen. Sie haben nicht das große Ganze im Auge”. Für die aktuelle Tagespolitik sei dies aber entscheiden.
Anders als in Deutschland ist der Einfluss der Think Tanks in den USA auch deutlich sichtbar: Präsident Reagan hatte viele seiner Ideen von der konservativen Heritage Foundation übernommen, Präsident Bush beruft sich auf die Expertise des American Enterprise Institute. Für die Einflussnahme ist jedoch nicht nur wissenschaftliche Kompetenz entscheidend, sondern auch die Fähigkeit, sich zu vermarkten: “Teil des Problems auf der demokratischen Seite ist”, so Adam Posen vom Peterson Institute, “dass wir weniger erfolgreich waren, als es darum ging Konzepte vorzulegen. Die Neokonservativen haben Konzepte vorgelegt, die für den Irak falsch und katastrophal waren, aber sie hatten einen Sinn für intellektuelle Debatten, Aufregung und Stimmigkeit und sie konnten das dann der Bush Regierung präsentieren und wurden sehr einflussreich.”
Darüber hinaus gelten Think Tanks in den USA als Personalreservoir im Falle eines Regierunsgwechsels. Dieser “Drehtüreffekt”, eines der prägnantesten Merkmale der amerikanischen Think-Tank-Landschaft nehme jedoch langsam ab: Boaz: “Die erfolgreicheren Leute in der Regierung werden aber Lobbyisten. Da verdient man mehr Geld.”
Den kompletten Artikel finden Sie hier.
February 17th, 2007
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