Handelsblatt: WZB-Forscher in Spitzengruppe deutscher Ökonomen
Man kann darüber streiten, ob wissenschaftliche Kriterien die Meßlatte für die Arbeit von Denkfabriken sein sollten (zu dieser Diskussion siehe auch einen Artikel in der Wirtschaftswoche vom 19. Juni). Schließlich sind Think Tanks nicht nur Forschungseinrichtungen, sondern müssen auch Beratung leisten, also anwendungsorientiert arbeiten.
Dennoch dürfte es die Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) gefreut haben, dass sie in einem Handelsblatt-Ranking deutschsprachiger Ökonomen in der Spitzengruppe liegen. Laut der Studie ist Prof. Dr. Kai Konrad Nr. 2 der Top 100 Volkswirte und in der Topgruppe der 100 aktivsten Volkswirte seit 2002. Dr. Sebastian Kessing ist Nr. 77 der 100 aktivsten Volkswirten seit 2002 und Dr. Robert Nuscheler ist ebenfalls Nr. 77 der Topforscher unter 40 Jahre. Grundlage des Rankings waren Veröffentlichungen in internationalen referierten Fachzeitschriften, die ein übliches Merkmal zur Bewertung von Wissenschaftlern sind.
Insgesamt fällt die Studie jedoch ein vernichtendes Urteil über die deutschen Volkswirtschaftler. Einer kleinen Spitzengruppe von Top-Fakultäten steht eine große Gruppe von Unis gegenüber, die keine Forschung auf internationalem Niveau betreiben. Zum Beispiel haben die drei forschungsstärksten deutschen Professoren der letzten fünf Jahre (Peter Egger, ifo Institut; Patrick Schmitz, Universität Köln und Kai Konrad, FU Berlin) in dieser Zeit zusammen so viel publiziert wie fast dreißig der schwächsten Fakultäten mit rund 150 Professoren.
Das Ranking ist im Volltext im Internet abrufbar.<br>
October 1st, 2006
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