Thomas Kleine-Brockhoff: “Eine Ideologie packt ein”

Ausland — By on 7. September 2006 18:06 pm

Manchmal haben politische Theorien eine Adresse – zumindest der Neokonservatismus. In der 1150, 17th Street NW, Washington D.C. haben eine Handvoll Rechtsintellektuelle im “Project for the American Century” beständig Argumente für die Politik des Weißen Hauses geliefert. Jetzt schließt die ehemals einflussreiche Denkfabrik – aus Geldmangel, wie es heißt.

Hinter der Krise des Neokonservatismus steht jedoch auch das Versagen der Bush-Regierung und seiner Ideologen im Irak, denn der Neokonservatismus fusste vor allen Dingen auf der außenpolitischen Annahme, dass der islamische Fundamentalismus durch das Demokratiedefizit der arabischen Staaten entstanden ist und nicht durch Armut, wie die Demokraten behaupten.

Nun verlassen die Neokonservativen ihre prominentesten Denker, angefangen mit Francis Fukuyama und Andrew Sullivan. Ganz tot ist der Neokonservatismus jedoch noch nicht: Einige Intellektuelle um Norman Podhoretz sehen den Feldzug im Irak trotz oder gerade wegen der Aufständigen als Erfolg und Bush als geradlinigen Neocon. Eine Ende der “Cowboy-Diplomatie” ist aus dieser Perspektive nicht in Sicht.

Der Artikel, erschienen in der Zeit, kann in der Onlineausgabe der Zeitung gelesen werden.

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