Telepolis: “Profilneurosen auf Hochglanz”
Nachrichten — By Daniel Florian on 11. May 2006 18:55 pmThink Tanks verstehen sich als Ideengeber, die der politischen Debatte ständig neuen Stoff geben. Daher sind viele Think Tanks zugleich Herausgeber einer Zeitschrift, so zum Beispiel die Internationale Politik der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik oder das neue Magazin thinktank von berlinpolis (der Think Tank Alert berichtete).
Genau dieses Magazin findet Falk Lüke im Online-Magazin telepolis jedoch nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde. Nur wesentlich besser kommt die vom SPD-”Netzwerk” herausgegebene Berliner Republik bei Lüke weg; sowohl Cicero als auch politik&kommunikation fallen dem kritischen Autor ebenfalls zum Opfer.
Bei aller berechtigen Kritik: Politische Magazine sind nicht gemacht, um jedem zu gefallen. Sie müssen streitbar sein. Deswegen stimmt auch Lükes Fazit nicht, dass es “nicht gut” stehe um die Hauptstadtsalons, “wenn alles, was sie auf 40-100 Seiten Hochglanz pressen können, so aussieht”. Außerdem ist p&k wirklich kaum zu vergleichen mit Cicero und letzteres bei weitem nicht so politisch wie die beiden erstgenannten Magazine.
Eigentlich müsste das Fazit also anders lauten: Es gibt nicht zu viele, sondern zu wenige politische Magazine. Wo präsentiert etwa die CDU ihre neuen politischen Ideen? In England haben die Tories dafür den Spectator, dem New Labour den New Statesman entgegen stellt. Gerade weil Parteizugehörigkeit nicht mehr milieugebunden ist, sondern ständig wechselt, müssen Parteien neue Wege finden, ihre Visionen publik zu machen. Nicht jeder Versuch mag dabei auf Anhieb gelingen, aber aus Fehlern wird man klug – hoffentlich.
Tags: berlinpolis, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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